Vom 31.07. – 02.08. stellt der Künstler melke1 seine Werke unter dem Titel ANSICHTSSACHEN im Atrium Tower aus. Wir waren im Gespräch mit ihm.
Deine Ausstellung heißt ja Ansichtssachen. Was ist denn deine Inspiration dahinter? Was genau als Kunst zählt, ist Ansichtssache und Gemälde sind im wortwörtlichen Sinne ja Sachen zur Ansicht. Und dadurch hab ich einmal den inhaltlichen Punkt Ansichtssachen und den objektiven Punkt Bilder sind Ansichtssachen und so bin ich auf den Titel gekommen.
Warum der Goldfisch? Es gibt ja gleich drei Werke mit ihm. Das erste Bild in der Reihe war „Frau mit Goldfisch" – ursprünglich eine reine Spielerei. Ich hatte eine Frau gemalt, die mit einem Hund Gassi geht, und hab den Hund einfach durch einen Goldfisch ersetzt, weil ich's lustig fand. Aus dieser Kombination ist dann „Frau ohne Goldfisch" entstanden. Und weil beide Bilder schon existierten, war „Frau als Goldfisch" der nächstlogische Schritt. Irgendwie ist der Goldfisch jetzt einfach mein Ding geworden.
Hattest du schon mal eine kreative Blockade – und wie bist du damit umgegangen? Das sieht man eigentlich ganz gut an den Goldfischwerken. Ich schaue mir dann an, was ich bisher gemacht habe, was mir daran gefallen hat, und versuche, daraus neue Ideen abzuleiten. Mich selbst als Inspiration zu nutzen – das hilft mir, auf neue Bildmotive zu kommen.
Was ist deine Lieblingsfarbe? Im Alltag bin ich ein gedeckter, dunkler Typ. Beruflich mag ich natürlich alle Farben gleich – Diskriminierung kommt nicht in Frage. Aber wenn ich ehrlich bin: Blau.
Ist es einfacher oder schwieriger, Kunst in Zeiten von Social Media zu machen? Ich glaube, es ist heute sehr viel einfacher, von seiner Kunst leben zu können. Man ist nicht mehr darauf angewiesen, von einer Galerie aufgenommen zu werden oder einen Studienplatz zu bekommen – man kann das einfach selbst in die Hand nehmen. Gleichzeitig bringt Social Media eigene Herausforderungen mit: mehr Konkurrenz, Abhängigkeit vom Algorithmus, der Druck zur ständigen Sichtbarkeit. Es ist also nicht nur Sonnenschein – aber insgesamt eine gute Zeit, um Künstler zu sein.
Hat Social Media beeinflusst, wie du arbeitest oder was du postest? Ich verstehe mich nach wie vor als Künstler, nicht als Influencer. Meine Social-Media-Aktivität richtet sich danach, was ich künstlerisch zu zeigen habe. Wenn ich zwei Wochen lang kein neues Bild gemalt habe, poste ich manchmal einfach gar nichts. Der Output kommt zuerst, der Post danach.
Was würdest du jungen Künstler:innen raten, die sich selbstständig machen wollen? Ganz klassisch: Hab Spaß bei dem, was du tust. Bleib dran. Irgendwann klappt's.
Hier gibt es Tickets zur Ausstellung vom 31.07. – 02.08. im Atrium Tower.