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Interview mit Katharina Hoffmann: „Laufen ist mein Hebel für Veränderung“
Zum Internationalen Frauentag haben wir mit der Run-Aktivistin und Initiatorin des kostenlosen Run Clubs am Potsdamer Platz gesprochen. Katharina Hoffmann („Kathi“) verbindet Laufsport, Empowerment und gesellschaftliches Engagement – und lädt jede Woche aufs Neue dazu ein, Teil einer sportlichen Community zu werden. Ein Gespräch über Leidenschaft, Wandel und Laufstrecken mit Aussicht.
Kathi, stell dich doch kurz vor: Wer bist du – und was machst du am Potsdamer Platz? Hallo, ich bin Kathi! Ich organisiere den Potsdamer Platz Run Club. Laufen ist für mich nicht nur Beruf, sondern auch Leidenschaft. Es ist Zeit mit Freund:innen, aber auch Me-Time. Am Potsdamer Platz bringe ich Menschen zusammen – egal, wie schnell oder erfahren sie sind.
Was bedeutet es dir, gerade hier einen Run Club zu leiten? Der Potsdamer Platz ist ein besonderer Ort für mich: Ich bin in Westberlin geboren und habe hier viel Wandel erlebt. Für Läufer:innen ist er ideal – zentral, grün, mit tollen Strecken in alle Richtungen. Hier führen auch die letzten Kilometer des Berlin-Marathons entlang. Für mich ist der Platz ein Stück Zuhause und ein toller Startpunkt: Ob durch den Tiergarten, zum Park am Gleisdreieck oder am Brandenburger Tor vorbei – es gibt viele Möglichkeiten.
Dein Lieblingsort am Potsdamer Platz? Na der Wellness-Hub natürlich. Das ist der Treffpunkt für den Runclub und hier finden auch unsere kostenlosen Yoga-Sessions statt. Der Raum ist im Atrium Tower im 19. Stock und die Aussicht, die du von hier über Berlin hast, macht mich jedes Mal aufs neue glücklich.
Wie sehen eure Strecken aus und was macht sie besonders? Wir passen die Strecken an die Jahreszeit und Gruppe an. Im Winter laufen wir oft kürzere Runden, im Sommer darf’s auch mal länger sein. Unsere Signature-Strecke geht rund um den Tilla-Durieux-Park: Das ist genau 1 km pro Runde und somit perfekt für Einsteiger:innen oder alle, die sich erst rantasten wollen. Wer mehr mag, hängt einfach eine Extra-Runde dran. Niemand bleibt zurück – das ist uns wichtig!
Welche Frau hat dich geprägt oder inspiriert? Abseits vom Sport, als Feministin, meine Mama. Sie hat mir vorgelebt, mutig zu sein und nicht in Frage zu stellen, wo und ob ich als Frau dazugehöre. Sie selbst ist mit 18 nach Berlin gekommen, ohne die Sprache zu sprechen. Hat hier Deutsch gelernt, das Abi nachgemacht, studiert und ist Ingenieurin geworden. Sie ist also in einen totalen Männerberuf eingestiegen und hat das zu und mit einer Selbstverständlichkeit gemacht, ohne sich im entferntesten dabei als Feminsitin zu bezeichnen.
Wie feierst du den Weltfrauentag? Seit 12 Jahren mache ich am Frauentag mit einem Lauf auf Ungleichheiten im Sport aufmerksam. In Berlin ist der 8. März ja sogar Feiertag. Dieses Jahr findet unser Lauf am Vorabend statt: Am 7. März um 18:00 Uhr organisieren wir einen Demo-Lauf, um zu zeigen, dass nicht alle Menschen beim Laufen dieselben Realitäten erleben – gerade im Dunkeln. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt mit vielen Berliner Running Crews, offen für alle, die ein Zeichen setzen wollen. Wir treffen uns um 17:30 am RAW-Gelände, um 18 Uhr geht’s los.
Dein Wunsch für eine geschlechtergerechte Zukunft? Ich wünsche mir, dass noch viel mehr Männer für das Thema Feminismus einstehen – denn Feminismus ist für alle, nicht nur für Frauen. Es geht darum, Vorurteile und einschränkende Rollenbilder abzubauen, damit jede:r frei und sicher leben kann.
Zum Schluss: Wann kann man bei euch mitlaufen und wie findet man euch? Unser Run Club ist kostenlos und offen für alle, egal wie fit du bist! Wir treffen uns jeden Dienstag um 18:15 Uhr am Potsdamer Platz, in der Eichhornstraße 3. Hier könnt ihr euch anmelden oder auch einfach vorbeikommen.
Extra-Tipp: Der Demo-Lauf am 7. März ist unter anderem von Kathis Kollektiv „Outrun The Patriarchy" organisiert Lauft mit, wenn ihr ein kollektives Zeichen gegen die Geschlechter-Diskriminierung setzen wollt.
📅 7. März, 17:30 Uhr 📍RAW Gelände 🔗 Hier geht's zur Anmeldung