Nach einem erfolgreichen Pop-Up am Potsdamer Platz ist Studio 5 seit diesem Jahr dauerhaft im Playce zu finden. Der Space ist von Elke Degenkorb geleitet und wir waren im Gespräch mit ihr.
Was ist Studio 5 Berlin eigentlich — Atelier, Showroom, Galerie? Also, ein Atelier würde ich es nicht nennen, weil wir uns ja hauptsächlich um die Darstellung von Modekollektionen kümmern. Man könnte sagen: ein Showroom ohne Mauern. Es geht darum, wie man Modekollektionen präsentieren kann: in Form von Modenschauen, Showrooms, Verkaufsflächen, Videos, Fotoshootings. Das Beste für Kollektionen herauszustellen, genau.
Wer sollte unbedingt vorbeikommen? Ich bin der Meinung, dass ein wirklich breites Publikum kommen sollte und muss. Die Vielfältigkeit, die hier präsentiert wird, ist wirklich sehr, sehr weit gefächert. Man kann so viele tolle Sachen entdecken — und das noch zu fairen Preisen. Man lässt sich von der Atmosphäre inspirieren. Das ist einfach für ein großes Publikum.
Ihr macht auch Workshops. Für wen sind die Workshops — Anfänger oder Profis? Nicht zwingend Profis. Es geht darum zu zeigen, wie fängt man eigentlich an, eine Kollektion zu entwickeln? Mit Zeichnungen, oder macht man vielleicht auch 3D am Computer? Wie stellt man Schmuck her, mit welchen Materialien? Wir hatten Floristikworkshops, Workshops zu Modezeichnungen. Und auch: Wie kann man sich in Mode selbstsicherer bewegen? Manchmal fühlt man sich ja, wenn man ein Kleid anhat, einfach ganz anders als wenn man Jeans anhat. Also wie kann man einfach achtsamer mit sich werden, vielleicht auch.
Was erwartet mich, wenn ich vorbeikomme? Es ist ein Ort, wo man einerseits informiert wird, wo man inspiriert wird, wo man auch was erleben kann — also Unterhaltung stattfindet. Die Designer sind da, das Publikum hat die Möglichkeit, direkt mit ihnen in Kontakt zu treten. Man kann fragen: „Was macht ihr hier eigentlich?" Oder: „Was sind eure Herausforderungen?" Und umgekehrt fragen die Designer: „Was sind eure Bedürfnisse an Mode?" Man soll sich hier einfach wohlfühlen und eine gute Zeit verbringen.
Was ist dein Lieblingsort am Potsdamer Platz? Also tatsächlich draußen, am Wasser. Und da kriegt man, obwohl man mitten in der Stadt ist, trotzdem irgendwie das Gefühl, kurz abschalten zu können. Das gefällt mir sehr, sehr gut. Der Potsdamer Platz hat einfach was. Er ist geschichtsträchtig, er hat sich entwickelt, es gibt schon viele gute Erinnerungen. Und ich hoffe, dass wir hier auch ein Teil dazu beitragen können, dass man gute Momente hat.
Wie kam Studio 5 überhaupt zum Potsdamer Platz? Im Grunde genommen kam es über die Arbeit mit Studierenden. Ich hab für sie eine Möglichkeit gesucht, ihre Arbeiten zu zeigen. Damals sind mir in der Friedrichstraße leere Schaufenster aufgefallen — und da hab ich gedacht, da frag ich einfach mal an. So hat sich die Idee weiterentwickelt: Was kann man eigentlich mit leerstehenden Flächen machen? Wie kann man jungem Nachwuchs die Möglichkeit geben, sich zu zeigen? Und dann hat mich die IHK gefragt, ob ich bei einem Meeting von Center-Managern einen Pitch machen kann. Da bin ich auf Brookfield gestoßen — die hatten ihr Konzept vorgestellt, was sie mit The Playce an Imagevorstellung haben. Und da hab ich gedacht: Das würde voll matchen. Und bin natürlich mega froh, dass jemand das Potenzial entdeckt hat.
Was macht diese Kollaboration so besonders? Zum einen ist es natürlich ein Mega-Standort — Potsdamer Platz, mitten in Berlin. Aber vor allem: The Playce wollte Kunst und Kultur mehr fördern, sich abwechslungsreicher zeigen, nicht unbedingt die gängigen Marken präsentieren. Und alles, was man hier findet, sind — man kann schon fast sagen — Unikate. Kleine Mengen, junge Designer, die ihre Kollektionen selbst herstellen. Fast Fashion ist hier gar nicht. Und deswegen kann man sagen, dass man hier zu wirklich fairem Preis Unikate findet. Das ist kein Zufall, das ist das Konzept.
Ein Tipp für alle, die mit Fashion anfangen wollen? Einfach bei uns reinkommen reinkommen. Fragen stellen. Mit den Designern sprechen — die sind da, der Austausch ist gewollt. Und wer eigene Arbeiten zeigen möchte: Wir machen alle zwei Monate einen Aufruf. Man bewirbt sich, und wir schauen dann, wie ist die Qualität, wie ist die preisliche Gestaltung, wie ist die Kreativität — und passt das eigentlich?